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Früher haben Oliver, René, Axel und ich uns immer getroffen, wir wussten nicht, was wir machen sollten. René hatte grade seine Führerscheinprüfung bestanden. wir sind immer mit dem Auto rumgekurvt, bis uns das irgendwann zu langweilig wurde. Dann haben wir Mercedessterne abgeknackt, auf den Straßen in Friedenau war das. Wer die meisten Mercedessterne hatte, der hatte für den Abend gewonnen. Da rennt man los und hört dann nur noch dieses Knacken der Sterne, wenn sie abbrechen. Immer wieder knack, knack, knack. Wir haben drei schuhkartons mit Mercedessternen gefüllt. Wenn wir es langweilig fanden, haben wir gesagt, OK, du hast gewonnen, jetzt machen wir was anderes.
Wir mussten versuchen so viele Autoscheiben wie möglich mit den Sternen kaputtzuwerfen. Das ist nicht leicht, du musst den Stern im richtigen Winkel reinschmeißen, wenn du es falsch machst, bricht er nur ab. Die Spitze von diesem Kreis muss genau in die Scheibe treffen. Meistens Seitenscheiben. Irgendwann war es uns genug. Dann haben wir das Spiel ein bisschen variiert, wir haben uns alle Hämmer besorgt. Und haben gesagt, wir rennen durch die Straßen und wer die meisten scheiben kaputtschlägt, der hat gewonnen. Das war ein irres Geräusch, wenn man immer wieder Scheiben zu Bruch gehen hörte.
Blechschaden mit dem Hammer machen. Die Motorräder umschmeißen. Wir sind fleißig gewesen. Irgendwann habe ich zu doll in eine Scheibe geschlagen. Meine Hand ist mit reingerutscht, alles war aufgerissen, hat geblutet. Ich bin nciht nach Hause gegangen, ich bin zwei Tage bei René geblieben. Es war dann doch nicht so schlimm mit meiner Hand und ich bin nach Hause.
Irgendwann ist es mir auf die Nerven gegangen, mit den anderen rumzuziehen. Die haben dann aus dem Auto Leute mit Donuts und Colabüchsen beschmissen. Dann haben sie eine gaspistole besorgt und sie sind nach Schönfeld hinausgefahren. Du musstest dastehen, die gaspistole auf sie richten. Sie fahren auf dich zu und du musst schießen. Es wurde immer ausgeflippter.
Dann haben sie aus dem Zeichen klauen ein geschäft gemacht, weil die amerikanischen zeichen sechzig bis achzig Mark kosten. Das Geniale war, die wussten fast von jedem Amibesitzer, wo er wohnt. Die hatten so eine Langeweile, die sind mit dem Auto immer hinter Amiwagen hergefahren, welches Baujahr, welches Kennzeichen wollten sie wissen. Nach einiger zeit wussten sie, wo welcher Wagen steht, in welchem Bezirk. Bei einigen haben sie sie Zeichen genackt und zwei, drei tage später sind sie ganz zufällig die Starße entlang, da sehen sie den Besitzer zu seinem Wagen laufen.
Ey sag mal, ich hab hier zufällig ein Zeichen für deinen Wagen.
Der hat es gekauft. Irgendwann nach zwei Monaten ist das Zeichen wieder weg. Da laufen sie ganz zufällig diese Straße entlang.
Ey, Jungs, irgend so ein Arschloch hat mir wieder mein Zeichen geklaut, könnt ihr mir nicht noch eins besorgen?
Kein Problem, fünfzig Mark.
Dann haben sie es auf rolls-Royce Zeichen abgesehen, da bekommt man mehr für. Oder Jaguar. Achtzig oder hundert Mark.
Beim Big Eden haben sie sich dann in Nesseln gesetzt. DerChef vom Big Eden, der hat einen Rolls-Royce dastehen. Sie sind ran wie immer, mit Zange und Schraubenzieher sind sie auf die Emily los. Kaum haben sie sie angefasst, ein Riesenalarm, zwei Kläppchen gehen auf, die Emily fährt rein, die Kläppchen eins nach dem anderen zu und weg ist die Schöne.
Dann ging es darum, wer es schafft schneller über die Autos wegzulaufen. Wir haben mal ausgerechnet, welchen Schaden wir an einem Abend verursacht haben. auf zehntausend Mark sind wir gekommen bei den Scheiben, die zu Bruch gegangen sind. und an den Motorrädern, die zerkratzt worden sind. Das haben wir aber nur einmal in der Woche gemacht. Wenn wir bekifft oder besoffen waren. Wir hatten immer eine Langeweilie, so eine unglaubliche Langeweile!